Ideenbörse: Gottesdienste in anderer Form

Foto: Caren Braun / Ev.KK AC

(Fotoi: Caren Braun / Ev.KK AC)

Hier können Sie über die Kommentarfunktion Ihre Ideen und Erfahrungen veröffentlichen, wie Gemeinden Gottesdienste in anderer Form feiern können.

Beiträge zu “Ideenbörse: Gottesdienste in anderer Form

  1. KreuzWeg im Wald. Mit-Leidenschaft auf dem Weg. Eine andere Form der Passionsandacht.

    In Gummersbach-Hülsenbusch wird im Wald an den Bäumen bis Ostern ein Kreuzweg installiert: laminierte Kopien von 14 Holzdrucken der ungarischen Künstlerin Dávid Mária Kiss und passende Meditationstexte laden ein zur Betrachtung und zum betenden Nachgehen des Passionswegs.

    Kreuzwege sind eine alte christliche Tradition, eine Form der Nachfolge auf dem Weg Jesu, oft draußen in der Natur. Sie sind Gedächtnis an das Leiden Jesu und über dieses auch Gedächtnis an das Leiden der Menschen und der Welt zu allen Zeiten – bis heute. Den Kreuzweg Jesu zu betrachten bedeutet, sich in die Stationen seines Weges von der Verurteilung vor Pilatus bis zur Grablegung hineinzustellen, um sich mit der eigenen wie der fremden Not in das Geschehen einzulassen.
    Kreuzweg-beten, das meint nicht: Jesu Leben, Jesu letzte Wegstrecke aus der Distanz anschauen. Kreuzweg-beten, das meint: einsteigen, (emotionale) Nähe wagen, mich in das Geschehen hineinziehen lassen, es aushalten – und mitgehen.

  2. Wir möchten unsere Gemeindeglieder nach wie vor am Gemeindeleben beteiligen. Deshalb erbitten wir unter dem Titel Zuversicht Folgendes:

    „In diesen Tagen ist es wichtig, zuversichtlich zu bleiben. In der Bibel steht: „Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.“ Deshalb erbitten wir von Ihnen eigene Fotos mit kurzen Texten oder Grüße als Postkarten oder Briefe, die dies zum Ausdruck bringen. Wir veröffentlichen sie auf unserer Homepage und im Schaukasten am Stephanus-Gemeindezentrum und an der Waffelpause.“

    Ausserdem liest eine Ehrenamtliche Mitarbeiterin regelmäßig besinnliche Texte, die auf unserer Homepage als Audiodatei hinterlegt sind. Fast täglich passen wir unsere Homepage zuversichtlich an. Selbstverständlich streamen wir unsere Gottesdienste und die Abendandacht.

  3. Oasen-Worte in Wüsten-Tagen
    – so heißt ein partizipativer Audio-Blog auf der Homepage der Gemeinde Weiden/Lövenich.

    Was Gemeinde ausmacht: gemeinsam unterwegs sein auf dem Weg des Glaubens, zusammenkommen vor Gott und auf sein Wort hören, singen und beten und Abendmahls-Gemeinschaft erleben mit Christus und miteinander – all das ist zur Zeit ausgesetzt und nicht möglich.
    Wüsten-Tage.
    So sehr wir die Gründe dafür akzeptieren und so sehr wir unseren Beitrag zur Überwindung dieser nie dagewesenen Herausforderung leisten wollen, so sehr schmerzt doch – neben dem Verlust der sozialen Kontakte unseres Alltags – auch die geistliche Trennung von den anderen in der Gemeinde. Was wir gerade in solchen Zeiten besonders bräuchten: Austausch, Ermutigung, Trost, gemeinsames Gebet, ist in dieser besonderen Krise gerade nicht oder nur sehr schwer möglich.
    Auch in geistlicher Hinsicht sind dies Wüsten-Tage.
    Vielleicht hat dies kleine Weiden/Lövenicher Projekt, das wir hier vorstellen, ja das Potential, hier und da eine Oase zu sein für uns in dieser Zeit.
    Die Idee:
    Wir bleiben im Gespräch und Austausch miteinander, indem wir das, was real nicht möglich ist zur Zeit, auf andere Weise umsetzen.
    Das technische Medium dafür sind einfache Audios, die wir aufnehmen und teilen, indem wir sie auf die Homepage der Gemeinde stellen.
    Der Inhalt sind kleine Geschichten oder Gedanken aus unserem persönlichen Corona-Alltag sowie ein „gutes Wort“, das uns in diesen Tagen geholfen hat und das wir hier weitergeben.
    Ziel ist, für jeden Tag einen neuen Beitrag von Menschen aus unserer Gemeinde (oder darüber hinaus) veröffentlichen zu können. So helfen wir uns gegenseitig persönlich und geistlich durch diese auch spirituelle Wüsten-Zeit.

    http://www.ev-kirche-weiden.de/oasen-worte/

  4. Idee für ein „Abendmahl- online“ am Karfreitag (da wir keine Wandlung haben, spricht m.E. theologisch nichts dagegen)

    Ich denke, dass für viele Karfreitag online-Andachten mit Wort und Musik nicht aussreichen, sondern dass sie sich nach einer Abendmahlsfeier sehnen.

    Meine Idee: Auf der Homepage und zu Beginn der Übertragung werden Menschen eingeladen, sich ein kleines Stück Brot und ein kleines Glas Wein (pro Person) bereit zu stellen.
    In der Andacht folgt dann nach er Ansprache die bekannte Abendmahlsliturgie der Gemeinde mit einer Änderung: nach den Einsetzungsworten für das Brot wird das Brot gegessen, dann folgen die Einsetzungsworte für den Kelch, das Trinken und ein Abschlussvotum.

    Das Presbyterium sollte befragt werden und grünes Licht geben (ius liturgicum)

    Ihnen allen eine segensreiche Zeit

  5. Jesus selbst hat dafür Vorsorge geschaffen, dass auch bei geschlossenen Kirchen Gottesdienste stattfinden: „Wo zwei oder drei in meinem Namen zusammen sind, da bin ich mitten unter ihnen.“ (Mt 18,20) In solchen Situationen kann man auch das Brot brechen, wenn gerade mal kein ordiniertes oder geweihtes Personal in der Nähe ist. Die Geschichte des christlichen Gottesdienstes hat ja auch zu Hause begonnen (Apg 2,42.46; 5,42). Unter diesem Link findet sich ein Vorschlag, wie man an den hohen Feiertagen im kleinen und kleinsten Kreis Gottesdienst feiern kann:
    https://1drv.ms/b/s!AmfZ3ItmEizMyFHm33e1FgDh-DXB

  6. Idee zu Ostern ud Karfreitag, auch analog sichtbar bleiben!

    Die Aktion wird per Banner und auf der WEbsite angekündigt.

    Auf denPlatz vor der Kirche (gibt es ja meistens) mit Sprühkreide an Karfreitag ein großes Kreuz sprühen ( 4x 6 Meter).
    An Karfreitag können die Menschen Stöcke oder Steine ablegen für das, was sie belastet.

    An Ostern hinter das Kreuz Sonnenstraheln spühen, falls möglich legen PresbyterInen oder Angestellte der Gemeinde ca. alle 2 Stunden neue Blumen in das Kreuz, die man sich als Hoffnungszeichen mitnehmen kann.
    Falls es eine Aufgangsspeere gibt, dann eben nur das Kreuz sprühen und in der Osternacht verändern – mit Sonenstrahlen aufgesprühtenBlumen etc.
    Die Sprühkreide wird wieder abgewaschen, je nach Bodenbeschafenheit und Regenmenge dauert dies unterschiedlich
    lange.

  7. Wir haben eine Sonderausgabe des Gemeindebriefes auf den Weg gebracht.
    Darin: Eines der Modelle für den Gottesdienst am Küchentisch und ein (sehr einfacher) Lese- und Liederplan für die kommenden Sonntage:
    Wochenpsalm – Evangelium-Lesung – Wochenlied – „Gedanke zum Tag“ (meist 5-10 Sätze).
    Der Gemeindebrief wird an alle Haushalte mit der Post verschickt bzw. von Freiwilligen ausgetragen (solange es noch keine Ausgangssperre gibt).

    1. Die Ev. Kirchengemeinde Niederkassel hat „Ermutigungen zum Tage“ verfasst, die jetzt wöchentlich in gedruckter Form oder per Mail/ WhatsApp an Gemeindeglieder und Interessierte verteilt werden. Die „Ermutigungen“ bestehen aus dem Wochenpsalm, Glaubensbekenntnis nach Bonhoeffer, Bibeltext und kurzer Andacht, Einladung zur Stille, Fürbitten für jeden Tag, Vaterunser und Segen. Sie können auch auf der Homepage der Gemeinde runtergeladen werden.
      https://niederkassel.ekir.de/wp-content/uploads/2020/03/Ermutigungen-I-L%C3%A4tare-ohne-Namen-der-Verst..pdf

      Dazu gibt es ein Einladungsschreiben mit Anregungen zum Beten:
      https://niederkassel.ekir.de/wp-content/uploads/2020/03/2003-Einladung-Ermutigungen.pdf

  8. Außergewöhnliche Zeiten erfordern außergewöhnliche Aktionen!
    Da momentan keine Gottesdienste gefeiert werden können, hat sich Pfarrer Sebastian Gutzeit zu einem besonderen Schritt entschlossen.
    Jeden Abend um 18 Uhr läuten die Glocken zum Abendgebet in der Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Roxheim, einer Landgemeinde am Rande von Bad Kreuznach.
    Alle, die von zu Hause aus mitfeiern möchten, sind herzlich zu dem nichtöffentlichen Gebet eingeladen.
    Homepage: http://www.kirche-roxheim.de
    Facebook: #roxheimevangelisch

  9. In der evangelischen Kirchengemeinde Osterath laden wir Menschen ein, jeden Abend um 19 Uhr eine Kerze als Licht der Hoffnung ans Fenster zu stellen. Währenddessen wird in der Kirche die Osterkerze entzündet.
    Zum Klang der Glocken beten wir in ökumenischer Gemeinschaft für unsere Familien, unsere Stadt, unser Land und die Welt. Jeder Haushalt für sich. Beim gemeinsamen Vaterunser wissen wir uns mit allen verbunden und von Gott gehalten.

  10. Glockenläuten und Gemeinschaft
    Ich habe in diesen Tagen an einen Bericht von vor etwa hundert Jahren gedacht, der von einem tief verschneiten Tal in den Alpen erzählt. In der Weihnachtszeit war das Tal durch die Schneemassen so von der Außenwelt abgeschnitten, dass keine Wege mehr gegangen werden konnten, niemand von den ferneren Höfen im Tal konnte mehr zu den Gottesdiensten in der Kirche des Hauptdorfes kommen. Aber die Glocken riefen zum Gebet. Und jeder, auch Kilometer entfernt, hörte den Klang in der ruhigen Zeit und wusste: Jetzt singen und beten einige andere im Dorf und denken an uns. Und sie haben das dann zuhause auch getan. Eine Brücke zwischen Menschen, die zusammen gehören und als Christinnen und Christen miteinander verbunden waren. Die Glocken waren die Brücke.

    Was wäre, wenn wir genauso leben?
    Nun leben wir nicht in einem abgeschiedenen Tiroler Tal, aber sonst ist vieles in diesen ruhigeren Krisentagen gleich. Jede unserer Kirchen läutet das Tagesläuten und sie lädt zur üblichen Gottesdienstzeit am Samstag oder Sonntag zum Gebet und zum Gottesdienst ein. Was wäre, wenn wir das Läuten der Kirche „im Veedel“, wie es in Köln heißt, oder „im Dorf“ wieder bewusster als Einladung zum Innehalten nutzen?

    Zutaten zum Hausgottesdienst
    Was wäre, wenn wir mit dem vor Ort üblichen Gottesdienstläuten selbstverständlich einladen, und einen einfachen Hausgottesdienst feiern? Mit Lied, Psalm, Gebet, Bibel-Lesung, einem kurzen Impuls zur Auslegung von denen, die sonst vor Ort verkündigen, Lied, Fürbitte, Vaterunser, Bitte um den Segen?

    Man ist dann zuhause an einem sicheren Ort allein oder zu zweit oder als Familie oder im kleinen Freundeskreis, aber weiß: Jetzt singen und beten einige andere in der Nachbarschaft und denken auch an mich. Und dann feiern sie zuhause mit denselben Schätzen mit. Eine Brücke zwischen Menschen, die zusammen gehören und als Christen miteinander verbunden sind. Die Zutatenliste kann an einer Wäscheleine vor der Kirche hängen oder auf der Homepage verfügbar sein oder per Mail versandt werden oder in Briefkästen geworfen werden.

  11. Der Kirchenkreis Essen und das Katholische Stadtdekanat Essen rufen alle Kirchengemeinden in ihrer Stadt zu einer ökumenischen Aktion der Solidarität und Ermutigung auf: Von Donnerstag, 19. März, zunächst bis Ostern bitten sie die Gemeinden der Stadt darum, an jedem Tag um 19 Uhr fünf Minuten lang die Kirchenglocken zu läuten – verbunden mit der Einladung, eine Kerze zu entzünden, ins Fenster zu stellen und ein Vaterunser zu beten. Eine schlichte Form des Stundengebets!

  12. Kirchenmusiker und Kirchenmusikerinnen könnten Orgelmusik, Klaviermusik, Choräle aufnehmen und an Gemeindeglieder ihrer Kirchengemeinde verschicken.
    Zwei Möglichkeiten fallen mir ein:
    Für jeden Tag einen Choral oder ein Musikstück mit kurzem Grußwort bzw. Ansage des Stückes an Interessierte versenden. Diese Beiträge könnten am Ende der Coronakrise als Gesamtaufnahme zusammengestellt werden und verkauft werden.
    Man könnte eine CD mit musikalischen Beiträgen herstellen und besonders an diejenigen Menschen verteilen, die weder Smartphones noch Computer haben. Die Verteilung könnte z.B. im Zusammenhang mit dem Einkaufsdienst für Ältere erfolgen.

  13. Eine kreative Idee aus der Evangelisch-Methodistischen-Kirche: Die Kirchengemeinde Kirchheim unter Teck (Baden-Württemberg) hat eine „Kirche im Schaufenster“ eingerichtet. Damit die Besucher nicht nur vor verschlossenen Türen stehen, wurde im Foyer ein Altartisch mit Kreuz und Bibel so aufgestellt, dass er von außen gut sichtbar ist. Inhaltlich geht es um den „Ökumenischen Kreuzweg der Jugend“ vom Bund der Katholischen Jugend in Düsseldorf. Die großflächigen Poster und Texte des Kreuzwegs sind Teil der Kirche im Schaufenster und werden wöchentlich ausgetauscht. Außerdem wurde vor der Türe (unter dem Vordach) ein Stuhl aufgestellt, passende Lektüre steht bereit.

  14. An unseren Kirchen hängen nun Briefkästen für Gebetsanliegen. Wir haben die Kirchen für Gebet und Kerze entzünden „hergerichtet“. Wer die Kirche besuchen möchte, kontaktiert uns und kann dann EINZELN in die Kirche gehen, hinterher desinfizieren wir. Zumindest solange es keine Ausgangssperre gibt, sehen wir darin eine Möglichkeit die Kirche noch zugänglich zu machen.

  15. Wir bereiten einen Gottesdienstvorschlag mit Lesepredigt vor, der über Mail und Homepage verteilt wird. Für vor allem ältere wollen wir das als Brief machen und mit freiwilligen per Briefkasten verteilen. Da wir technisch nicht so versiert sind, überlegen wir aber trotzdem, die Predigt für den Sonntag auch aufzunehmen und über die Homepage anzubieten.

  16. Unser Gospelchor „The Blue Mountain Singers“ aus der ev. Kirchengemeinde Leverkusen-Schlebusch kann aktuell nicht wie gewohnt proben.
    Wir haben uns dennoch am Montag zur gewohnten Zeit, aber auf dem Marktplatz vor dem Gemeindehaus, mit viel Abstand zueinander getroffen und haben mit acht Chormitgliedern gesungen: „You are my hiding place“, „Irish Blessings“, „Siyahamba“ und „Good news“.
    Denn Singen ist „Daseinsvorsorge“ und tut gerade in Zeiten wie diesen gut.
    Pressebericht aus der Rheinischen Post zu dieser Aktion:
    http://rp-epaper.s4p-iapps.com/artikel/939164/16232665
    Viele Grüße aus Leverkusen, „and until we meet again, may god hold you in the hollow of his hands“.
    Hans-Jörg Schaefer
    PS. Falls bis dahin der Spuk vorbei ist: Am 6.6.2020 gibt es das Jubiläumskonzert 25 Jahre Blue Mountain Singers in der Friedenskirche, Schlebusch!

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